Milch ist Doppelmord

Diskussionen pro & contra

Beitragvon maqi am 4. Jun 2010 15:43

Dass Links ein Kriterium für Suchmaschinen sind, lässt sich wohl kaum ändern. Zufälligerweise habe sie jedoch die Funktion, auf Seiten zu verweisen. Wenn man sich die Links in der PM angesehen hätte, müsste man wohl zu dem Schluss kommen, dass alle Quellenangaben sind und/oder zu thematisch relevanten Informationen führen (und zwar auf den Seiten einer Tierrechts-Initiative, die nicht an Internet-Werbung verdient, keine Mitglieder wirbt, keine Patenschaften anbietet, keinen Webshop hat und Spenden ablehnt, sodass man ihr nur vorwerfen kann, Informationen zu Veganismus und Tierrechten zu verbreiten). Aber zum Glück gibt es ja den Linkfarm-Vorwand, um sich nicht mit dem Inhaltlichen auseinandersetzen zu müssen.
maqi
 
Beiträge: 30
Registriert: 08.02.2009

Beitragvon SxEric am 4. Jun 2010 17:33

:roll:
NEVER TRUST A HARDCOREKID THAT HAS NOT LISTENED TO PUNK!
Benutzeravatar
SxEric
supermegadragonzord
 
Beiträge: 4816
Registriert: 15.02.2008
Wohnort: zuhause

Re: Milch ist Doppelmord

Beitragvon kiara am 5. Jun 2010 17:39

"sodass man ihr nur vorwerfen kann, Informationen zu Veganismus und Tierrechten zu verbreiten"

Das ist prima. Nur die Art der Vermittlung ist dermaßen aggressiv, dass sie den Leuten, auch offenen, sensiblen Leuten, vor den Kopf stößt und daher Veganismus behindert. Wenn Leute, die sich für Veganismus interessieren, nur von Maqis Vorstellungen darüber hören, ist es kein Wunder, dass sie die Idee für abwegig und radikal halten. Wer möchte schon als Mörder bezeichnet werden? Ähnlich ineffektiv sind Christen, die Nichtchristen mit der Hölle drohen. Wirkt abschreckend.
Benutzeravatar
kiara
anti
 
Beiträge: 3129
Registriert: 10.03.2010

Beitragvon maqi am 5. Jun 2010 17:57

kiara hat geschrieben:Nur die Art der Vermittlung ist dermaßen aggressiv, dass sie den Leuten, auch offenen, sensiblen Leuten, vor den Kopf stößt und daher Veganismus behindert.


Eine reichlich subjektive Feststellung, die sich vor der objektiven Tatsache, dass sich etliche Leute (ein kleiner Teil ist im Forum dokumentiert) gemeldet haben, die durch angeblich "aggressive" Informationen vegan geworden sind (da sie erst so aufgewacht sind, nachdem ihnen jahrelang eingeredet wurde, wie toll ihr Vegetarismus oder ihre "Reduktion" des Tierproduktkonsum sei).

Wer möchte schon als Mörder bezeichnet werden?


Natürlich niemand, deshalb funktioniert es auch. Wenn man will, dass sich jemand ändert, bringt es gar nichts, ihm zu sagen, das, was er tue, sei toll. Man kann jahrelang angewöhnte und gesellschaftlich gestützte Überzeugungen nicht "schonend" in Frage stellen.

Aber zum Thema: darum ging es nicht. Der Vorwand war ein anderer.
maqi
 
Beiträge: 30
Registriert: 08.02.2009

Beitragvon kiara am 5. Jun 2010 18:11

maqi hat geschrieben:
kiara hat geschrieben:Wer möchte schon als Mörder bezeichnet werden?
Natürlich niemand, deshalb funktioniert es auch. Wenn man will, dass sich jemand ändert, bringt es gar nichts, ihm zu sagen, das, was er tue, sei toll. Man kann jahrelang angewöhnte und gesellschaftlich gestützte Überzeugungen nicht "schonend" in Frage stellen.
Halte ich für den grundsätzlichen Fehler von Maqi.

Man überzeugt nicht mit Gewalt, weder mit körperlicher Gewalt, noch mit verbaler Gewalt "Vegetarier sind Mörder".
edit-korrektur: dieser satz war als meinungsausdruck gemeint, besser wäre gewesen: "Man kann mit Gewalt nicht gut überzeugen".

Menschen lassen sich in den allermeisten Fällen nicht freiwillig verprügeln oder zum Mörder erklären. Ein ganz natürlicher Schutzmechanismus eben.

Ich hatte jahrelang die Vorstellung, Veganer seien bescheuert. (Und kenne diese Vorstellung auch in den Köpfen der allermeisten.) Ich hatte leider nur von derart aggressiven Veganern über den Veganismus gehört. Erst dadurch, dass mir jemand die Vorzüge der veganen Kost erklärte, ohne verbal gewalttätig zu werden, habe ich mich mit dem Gedanken angefreundet, was kurze Zeit später dazu führte, dass ich nun fast komplett auf alle Tierprodukte verzichte.

Die Gründe, warum Leute nicht vegan werden, sind:
-sie sind bequem (dh. sie brauchen positive Gründe, da negative abschrecken.)
-sie wissen keine Alternativen zu Tierprodukten (dh. sie brauchen Rezepte.)
-sie haben Angst vor gesundheitlichen Konsequenzen (dh. sie brauchen Aufklärung)
-sie halten Veganer für radikale Spinner. (dh. sie brauchen "normale" Vorbilder, die sie nicht überfordern.)

Wie unschwer zu erkennen ist, wird die "Omnivore sind Mörder"-Haltung bei diesen Gründen nicht überzeugend wirken.
Zuletzt geändert von kiara am 8. Jun 2010 20:56, insgesamt 1-mal geändert.
Benutzeravatar
kiara
anti
 
Beiträge: 3129
Registriert: 10.03.2010

Beitragvon maqi am 6. Jun 2010 14:34

kiara hat geschrieben:Man überzeugt nicht mit Gewalt, weder mit körperlicher Gewalt, noch mit verbaler Gewalt "Vegetarier sind Mörder".


Faktennennung ist keine "Gewalt". Wer sich "Vegetarier sind Mörder" ein bisschen genauer angesehen hat, weiß, dass nach dieser Überschrift noch ein klein wenig Text kommt. Daher ist es auch keine "Beleidigung", denn Beleidigungen werden idR. nicht seitenlang erklärt.

Menschen lassen sich in den allermeisten Fällen nicht freiwillig verprügeln oder zum Mörder erklären. Ein ganz natürlicher Schutzmechanismus eben.


Ach bitte. Als ob körperliche Gewalt das gleiche wäre wie ein (ohnehin faktisch richtiger) Aufmerksamkeit erzeugender Titel eines argumentativen Textes.

Ich hatte jahrelang die Vorstellung, Veganer seien bescheuert. (Und kenne diese Vorstellung auch in den Köpfen der allermeisten.) Ich hatte leider nur von derart aggressiven Veganern über den Veganismus gehört. Erst dadurch, dass mir jemand die Vorzüge der veganen Kost erklärte, ohne verbal gewalttätig zu werden, habe ich mich mit dem Gedanken angefreundet, was kurze Zeit später dazu führte, dass ich nun fast komplett auf alle Tierprodukte verzichte.

Die Gründe, warum Leute nicht vegan werden, sind:
-sie sind bequem (dh. sie brauchen positive Gründe, da negative abschrecken.)
-sie wissen keine Alternativen zu Tierprodukten (dh. sie brauchen Rezepte.)
-sie haben Angst vor gesundheitlichen Konsequenzen (dh. sie brauchen Aufklärung)
-sie halten Veganer für radikale Spinner. (dh. sie brauchen "normale" Vorbilder, die sie nicht überfordern.)

Wie unschwer zu erkennen ist, wird die "Omnivore sind Mörder"-Haltung bei diesen Gründen nicht überzeugend wirken.


Ja natürlich reicht es alleine nicht aus. Wenn man vom Tunnelblick wegkäme, würde man auch sehen, dass vegetarier-sind-moerder.de nicht die einzige Seite ist. Es gibt noch ein paar mehr, die die anderen Punkte ausführlich bedienen. Jemand zu sagen, er mache etwas Falsches und dann wegzugehen, bringt natürlich nichts. Aber das ist offenkundig nicht der Fall.
maqi
 
Beiträge: 30
Registriert: 08.02.2009

Beitragvon kiara am 6. Jun 2010 21:24

maqi hat geschrieben:
Menschen lassen sich in den allermeisten Fällen nicht freiwillig verprügeln oder zum Mörder erklären. Ein ganz natürlicher Schutzmechanismus eben.
Ach bitte. Als ob körperliche Gewalt das gleiche wäre wie ein (ohnehin faktisch richtiger) Aufmerksamkeit erzeugender Titel eines argumentativen Textes.
Ein verbaler Angriff (jemanden einen Mörder zu nennen) gegen einen Menschen bleibt ein verbaler Angriff und wird "gewaltsame Kommunikation" genannt, unabhängig von eventueller Richtigkeit und ob es sinnvoll ist (Gewalt ist ja nicht zwingend negativ - z.B. einem Mörder das Messer aus der Hand zu schlagen ist gewaltsam, aber sinnvoll).

Ich stimme dir ja inhaltlich zu und halte Tierproduktskonsum ebenso für überflüssig und unnötig leiderzeugend, ich denke ebenfalls, dass Vegetarier zum Veganismus bringen effektiv und sinnvoll ist - aber das ist nicht das Problem, was ich anspreche: ich kritisiere die Art, Leute von dem, was wir als moralisch richtig sehen (Veganismus), zu überzeugen.

Leute wollen die richtigen Sachen tun (und kaufen), und sie möchten "die Guten" sein (auch wenn die Vorstellung vom "Guten" sehr auseinandergehen mag); positive Botschaften, die dem Menschen die Wahl von etwas neuem, gutem, bieten, funktionieren daher besser als negative Botschaften, die den Menschen (auch wenn gerechtfertigterweise) angreifen (hypothetisch ein Spenden-Plakat "Nichtspender sind herzlos/gleichgültig" oder eine Autowerbung mit dem Spruch "Nichtfahrer sind dumm").

Am Besten funktioniert Überzeugung mit "positiven Botschaften": "Werden Sie Held und spenden Sie an das Kinderhilfswerk!" oder "VW ist toll! Kaufe VW!" oder "Helfen Sie uns mit, das Klima zu schonen!" oder eben "Helfen Sie mit, Ausbeutung von Tieren zu stoppen - kochen Sie tierproduktsfrei!"

In dem Sinne: Veganer fördern Veganismus am Besten mit positiven Botschaften. Verbreite auch positive Botschaften! ;)
Benutzeravatar
kiara
anti
 
Beiträge: 3129
Registriert: 10.03.2010

Beitragvon maqi am 7. Jun 2010 15:35

kiara hat geschrieben:Ein verbaler Angriff (jemanden einen Mörder zu nennen) gegen einen Menschen bleibt ein verbaler Angriff und wird "gewaltsame Kommunikation" genannt, unabhängig von eventueller Richtigkeit und ob es sinnvoll ist


Ich würde es nicht "Angriff" nennen, sondern eher "offensive" oder "direkte" Kommunikation, aber das war nicht der Kritikpunkt, sondern dass du Verbales mit körperlicher Gewalt auf eine Stufe gestellt hast, was überzogen ist.

Leute wollen die richtigen Sachen tun (und kaufen), und sie möchten "die Guten" sein (auch wenn die Vorstellung vom "Guten" sehr auseinandergehen mag); positive Botschaften, die dem Menschen die Wahl von etwas neuem, gutem, bieten, funktionieren daher besser als negative Botschaften, die den Menschen (auch wenn gerechtfertigterweise) angreifen (hypothetisch ein Spenden-Plakat "Nichtspender sind herzlos/gleichgültig" oder eine Autowerbung mit dem Spruch "Nichtfahrer sind dumm").


Positive Botschaften funktionieren nicht (oder kaum, d.h. ewig langsam), wenn kein zwingender Grund geliefert wird, das Verhalten zu ändern. 70-80% der Menschen finden Massentierhaltung schlimm und würden das gerne geändert sehen, trotzdem kommen 97% der Tierprodukte aus Massentierhaltung. Sie "finden es" eben nur "gut", ändern sich aber nicht, weil die positiven Gründe, die allen bewusst sein, zu schwach sind.

Deine Vergleichs-Beispiel sind - darauf versuchte ich bereits hinzuweisen - fehlerhaft. "Vegetarier sind Mörder" ist kein Plakat, es ist nicht nur ein Satz. Es ist ein Artikel mit 3000 Wörtern, wo die Aussage a) erklärt, b) begründet und c) die Alternative dazu dargelegt wird.

Und natürlich gibt es auch Plakate mit offensiven Sprüchen (gerade im Bereich Nichtrauchen und AIDS, ein Beispiel auf die Schnelle), die wiederum nicht nur aus diesem Spruch bestehen, sondern ihn zur Erzeugung von Aufmerksamkeit benutzen und dann den erklärenden Text liefern, der bei Plakaten immer wesentlich kürzer ist, als im o.g. Artikel.

Nicht zuletzt ist der richtet sich "Vegetarier sind Mörder" nicht umsonst an Vegetarier, da sie denken, bei ihrer Lebensweise würden "keine Tiere sterben". Daher funktioniert die Aufmerksamkeitserzeugung in diesem Fall auch so gut.
maqi
 
Beiträge: 30
Registriert: 08.02.2009

Beitragvon ...Q... am 7. Jun 2010 16:22

kiara was hast du denn gegen Gewalt außer deiner Sklavenmoral? :laugh:
Benutzeravatar
...Q...
 
Beiträge: 176
Registriert: 16.05.2010

Re: Milch ist Doppelmord

Beitragvon kiara am 7. Jun 2010 20:18

was isn Sklavenmoral? :urgh: :mrgreen:
Benutzeravatar
kiara
anti
 
Beiträge: 3129
Registriert: 10.03.2010

VorherigeNächste

Zurück zu Tierrecht & Antispe

Wer ist online?

Mitglieder: Google [Bot], kiara, Ramsdahl1909