kiara hat geschrieben:Nur die Art der Vermittlung ist dermaßen aggressiv, dass sie den Leuten, auch offenen, sensiblen Leuten, vor den Kopf stößt und daher Veganismus behindert.
Wer möchte schon als Mörder bezeichnet werden?
Halte ich für den grundsätzlichen Fehler von Maqi.maqi hat geschrieben:Natürlich niemand, deshalb funktioniert es auch. Wenn man will, dass sich jemand ändert, bringt es gar nichts, ihm zu sagen, das, was er tue, sei toll. Man kann jahrelang angewöhnte und gesellschaftlich gestützte Überzeugungen nicht "schonend" in Frage stellen.kiara hat geschrieben:Wer möchte schon als Mörder bezeichnet werden?
kiara hat geschrieben:Man überzeugt nicht mit Gewalt, weder mit körperlicher Gewalt, noch mit verbaler Gewalt "Vegetarier sind Mörder".
Menschen lassen sich in den allermeisten Fällen nicht freiwillig verprügeln oder zum Mörder erklären. Ein ganz natürlicher Schutzmechanismus eben.
Ich hatte jahrelang die Vorstellung, Veganer seien bescheuert. (Und kenne diese Vorstellung auch in den Köpfen der allermeisten.) Ich hatte leider nur von derart aggressiven Veganern über den Veganismus gehört. Erst dadurch, dass mir jemand die Vorzüge der veganen Kost erklärte, ohne verbal gewalttätig zu werden, habe ich mich mit dem Gedanken angefreundet, was kurze Zeit später dazu führte, dass ich nun fast komplett auf alle Tierprodukte verzichte.
Die Gründe, warum Leute nicht vegan werden, sind:
-sie sind bequem (dh. sie brauchen positive Gründe, da negative abschrecken.)
-sie wissen keine Alternativen zu Tierprodukten (dh. sie brauchen Rezepte.)
-sie haben Angst vor gesundheitlichen Konsequenzen (dh. sie brauchen Aufklärung)
-sie halten Veganer für radikale Spinner. (dh. sie brauchen "normale" Vorbilder, die sie nicht überfordern.)
Wie unschwer zu erkennen ist, wird die "Omnivore sind Mörder"-Haltung bei diesen Gründen nicht überzeugend wirken.
Ein verbaler Angriff (jemanden einen Mörder zu nennen) gegen einen Menschen bleibt ein verbaler Angriff und wird "gewaltsame Kommunikation" genannt, unabhängig von eventueller Richtigkeit und ob es sinnvoll ist (Gewalt ist ja nicht zwingend negativ - z.B. einem Mörder das Messer aus der Hand zu schlagen ist gewaltsam, aber sinnvoll).maqi hat geschrieben:Ach bitte. Als ob körperliche Gewalt das gleiche wäre wie ein (ohnehin faktisch richtiger) Aufmerksamkeit erzeugender Titel eines argumentativen Textes.Menschen lassen sich in den allermeisten Fällen nicht freiwillig verprügeln oder zum Mörder erklären. Ein ganz natürlicher Schutzmechanismus eben.
kiara hat geschrieben:Ein verbaler Angriff (jemanden einen Mörder zu nennen) gegen einen Menschen bleibt ein verbaler Angriff und wird "gewaltsame Kommunikation" genannt, unabhängig von eventueller Richtigkeit und ob es sinnvoll ist
Leute wollen die richtigen Sachen tun (und kaufen), und sie möchten "die Guten" sein (auch wenn die Vorstellung vom "Guten" sehr auseinandergehen mag); positive Botschaften, die dem Menschen die Wahl von etwas neuem, gutem, bieten, funktionieren daher besser als negative Botschaften, die den Menschen (auch wenn gerechtfertigterweise) angreifen (hypothetisch ein Spenden-Plakat "Nichtspender sind herzlos/gleichgültig" oder eine Autowerbung mit dem Spruch "Nichtfahrer sind dumm").
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