kiara hat geschrieben:...fröhliche Unterwerfung unter das Gewaltverhältnis??
Ich kritisiere den ineffektiven Kampf gegen dieses Gewaltverhältnis.
Selber Blödsinn....Q... hat geschrieben:Blödsinn.kiara hat geschrieben:Ich kritisiere den ineffektiven Kampf gegen dieses Gewaltverhältnis.
ich halte bestimmte Methoden für ineffektiver. und habe das auch so ausgedrückt. ich fürchte, das "kategorisch" hast du dir dazufantasiert. Falls du auf deiner Meinung bestehst, bitte ich, sie mit Quellen zu belegen.Du schließt bestimmte Methoden des Kampes kategorisch aus
- das sieht mir sehr stark nach "meinung " aus, nicht nach "methoden kategorisch ausschließen".Kiara hat geschrieben:positive Botschaften, die dem Menschen die Wahl von etwas neuem, gutem, bieten, funktionieren daher besser als negative Botschaften, die den Menschen (auch wenn gerechtfertigterweise) angreifen
s.o., missverständliche stelle korrigiert - allerdings: ich betonte sogar, dass gewalt in bestimmten situationen angemessen ist, wie du gerne nachlesen kannst.und zwar nicht (nur), weil du sie nach reichlicher Prüfung für ineffektiv befunden hast, sondern weil sich Gewalt "nicht gehört".
kiara hat geschrieben:@maqi: ich geb's auf...
Hm, na gut, du scheinst die Debatte ja ernst zu meinen, wenn das so ist, gehe ich gern auf deine Argumente ein.maqi hat geschrieben:Was gibst du auf? Ich habe gerade neue Argumente gebracht, auf die könntest du eingehen.kiara hat geschrieben:@maqi: ich geb's auf...
Tatsächlich, allerdings gibt es sehr wesentliche Unterschiede zwischen Rauchen und Fleischkonsum:maqi hat geschrieben:Denn die Antiraucher-Werbung ist m.E. ein guter Vergleich.
das ist eine negative Botschaft, würd ich sagen...?maqi hat geschrieben: Natürlich gibt es auch positive Botschaften (Rauchen verursacht Gesundheitsschäden usw.),
Ja, meiner Meinung nach sind diese Werbungen nicht besonders effektiv. Sie helfen m.M.n. hauptsächlich präventiv bei Nichtrauchern. Effektiver halte ich eine Werbung, die darstellt, dass der Raucher im Kampf gegen die teuflischen Konzerne und Zigaretten der Sieger/Nichtraucher/Held sein sollte.maqi hat geschrieben: Daher werden auch konfrontative Methoden gewählt ('Sie fügen anderen Schaden zu' usw.).
Eventuell kennst du den Begriff der Betriebsblindheit: man sieht das eigene Werk mit anderen Augen als andere es tun. Meine Eindrücke von Maqi und den vielen anderen Seiten (ich habe mir die meisten angeschaut, auch die Antisexismusseite und die Seite "gegen Religion" ist, dass die konfrontative Methode zu stark dominiert. Ich glaube, es gibt Menschen, die sich gerne mit "Extremen" auseinandersetzen, zu denen gehöre ich z.B. - Veganismus würde ich als extrem bezeichnen, weil es einen extremen Wahrnehmungsunterschied zwischen "normaler" und tierrechtsbewusster Ethik gibt. Nun gibt es aber den - ich glaube Großteil - der Menschen, die mögen lieber ein gemütliches "gemachtes Nest", in das sie sich "geistig reinsetzen können": eine Seite über Schneidern oder eine Seite über Katzen oder... usw. you get the idea. Das finde ich auch nicht denkfaul, sondern eher menschlich und normal, und eigentlich ist Veganismus ja etwas positives, schönes und angenehmes, also denke ich, dass eine derartig gestaltete Seite dem Thema auch gerecht würde.maqi hat geschrieben:Nochmal meine Meinung (falls die nicht klar ist): Positive Gründe sind wichtig, aber nicht allein ausreichend, daher braucht es auch konfrontative Methoden.
Verbale und körperliche Gewalt sind nicht so getrennt wie sie uns immer scheinen.maqi hat geschrieben:Ich würde es nicht "Angriff" nennen, sondern eher "offensive" oder "direkte" Kommunikation, aber das war nicht der Kritikpunkt, sondern dass du Verbales mit körperlicher Gewalt auf eine Stufe gestellt hast, was überzogen ist.kiara hat geschrieben:Ein verbaler Angriff (jemanden einen Mörder zu nennen) gegen einen Menschen bleibt ein verbaler Angriff und wird "gewaltsame Kommunikation" genannt, unabhängig von eventueller Richtigkeit und ob es sinnvoll ist
Das finde ich auch schlimm, aber ich fürchte, dass es zu den Sachen gehört, die ich nicht ändern kann. Ich finde es auch schrecklich, wenn es mir bewusst wird, wieviele Leute sich einen qualvollen Tod errauchen oder verhungern oder misshandelt werden oder Naturgewalten oder menschlicher Gewalt schutzlos ausgeliefert werden, aber ich bin ja auch nur ein Mensch und dadurch, dass ich es gern hätte und das extremst schlimm finde, wird es nicht besser (auch wenn diese Erkenntnis manchmal für mich frustrierend und deprimierend ist). Ich hab mich in der Hinsicht entschieden, nicht die Verantwortung für Böses zu übernehmen, das ich offenkundig nicht beheben kann, sondern nur für das, was ich ändern kann (mit Leuten selbst reden, vorkochen, Arzt werden, Türkisch lernen, Argumente erfassen, die menschliche Psyche verstehen - je nach Interessengebiet, wo ich positives ändern möchte). Nur weil es schlimm ist, wird es sich leider nicht unbedingt schnell ändern.Positive Botschaften funktionieren nicht (oder kaum, d.h. ewig langsam), wenn kein zwingender Grund geliefert wird, das Verhalten zu ändern. 70-80% der Menschen finden Massentierhaltung schlimm und würden das gerne geändert sehen, trotzdem kommen 97% der Tierprodukte aus Massentierhaltung. Sie "finden es" eben nur "gut", ändern sich aber nicht, weil die positiven Gründe, die allen bewusst sein, zu schwach sind.Leute wollen die richtigen Sachen tun (und kaufen), und sie möchten "die Guten" sein (auch wenn die Vorstellung vom "Guten" sehr auseinandergehen mag); positive Botschaften, die dem Menschen die Wahl von etwas neuem, gutem, bieten, funktionieren daher besser als negative Botschaften, die den Menschen (auch wenn gerechtfertigterweise) angreifen (hypothetisch ein Spenden-Plakat "Nichtspender sind herzlos/gleichgültig" oder eine Autowerbung mit dem Spruch "Nichtfahrer sind dumm").
Der Artikel besteht, soweit ich mich erinnern kann - auch wenn zu Recht - aus "negativen Botschaften", also negativen Konsequenzen von Vegetarismus (in Vergleich zu Veganismus). Meiner Ansicht nach sind mehr "positive Botschaften" hilfreicher.Deine Vergleichs-Beispiel sind - darauf versuchte ich bereits hinzuweisen - fehlerhaft. "Vegetarier sind Mörder" ist kein Plakat, es ist nicht nur ein Satz. Es ist ein Artikel mit 3000 Wörtern, wo die Aussage a) erklärt, b) begründet und c) die Alternative dazu dargelegt wird.
Diese sind aus ähnlichen Gründen wie bei Anti-Rauch-Plakaten anders wirksam als bei Veganismus. Bei AIDS ist das "Böse" noch offensichtlicher als beim Rauchen, und die Anzahl der Betroffenen noch kleiner.Und natürlich gibt es auch Plakate mit offensiven Sprüchen (gerade im Bereich Nichtrauchen und AIDS, ein Beispiel auf die Schnelle), die wiederum nicht nur aus diesem Spruch bestehen, sondern ihn zur Erzeugung von Aufmerksamkeit benutzen und dann den erklärenden Text liefern, der bei Plakaten immer wesentlich kürzer ist, als im o.g. Artikel.
Das ist sicherlich richtig und ich denke, dass der Ansatz eine gute Idee ist, doch ich finde, auch da gibt es zu viele negative Botschaften. Ich denke, am effektivsten ist ein Gemisch, in dem eine negative Botschaft kombiniert wird mit einer Überzahl an positiven Botschaften. Als simples Beispiel: "Rauchen ist schlecht für dich. Besiege das Rauchen. Kaufe unsere Antirauchpflaster. Stärke deinen Körper." oder so ähnlich besteht aus einer negativen und drei positiven Botschaften. Das Konzept ließe sich m.M.n. gut auf Vegan-Werbung für Vegetarier übertragen. Vegetarier sind dabei glaube ich besonders gut zu überzeugen, weswegen drastischere Konzepte möglicherweise unnötig abschreckend wirken könnten.Nicht zuletzt ist der richtet sich "Vegetarier sind Mörder" nicht umsonst an Vegetarier, da sie denken, bei ihrer Lebensweise würden "keine Tiere sterben". Daher funktioniert die Aufmerksamkeitserzeugung in diesem Fall auch so gut.
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