Gary hat geschrieben:pünktchen.av hat geschrieben:Gary hat geschrieben: Ne ich kann es nicht nachvollziehen, warum er Säuglingen das Bewusstsein abspricht.
das ich-bewusstsein, nicht das bewusstsein. und da ist er nicht alleine, sondern das ist allgemeine meinung.
Als Zeichen für ein Ich-Bewusstsein ist es meiner Meinung nach, wenn man Angst empfinden kann. Was sagt da die allgemeine Meinung?
Ohne mich hier inhaltlich einmischen zu wollen: Neee, Angst und Ich-Bewusstsein/Selbstbewusstsein hängen nicht so eng zusammen, glaub ich. Ich tu jetzt mal so als sei ich Neuropsychologe und als könnte man Geistesfunktionen exakt im Gehirn lokalisieren. Dann sitzt nämlich die Angst eher in Strukturen des Gehirnstamms, nämlich im Diencephalon (z.B. spielt die Amygdala eine große Rolle, und wenn ich mich richtig erinnere der Hippocampus). Das sind strukturen des Hirnstamms, evolutionär gesehen wäre das also eine relativ frühe Angelegenheit, vermutlich bei vielen, wenn nicht allen Tieren vertreten //Edit: Also Wirbeltieren. Mit den ZNS anderer Viecher kenn ich mich so gar nicht aus.// Das Ich-Bewusstsein verstehe ich jetzt einfach mal als das Verständnis des Prinzips "meine Umwelt und ich sind nicht identisch, bilden keine Einheit, sondern ich bin von ihr abgetrennt". Das wäre eher im Cortex (präfrontal oder postparietal? Ist hier jemand Arzt zufällig?), also der Hirnrinde zu lokalisieren, das ist eine evolutionär eher spätere Entwicklung.
Wie die beiden genau zusammenhängen, weiß ich wirklich nicht. Aber für Angst braucht man hundert pro kein Ich-Bewusstsein. Und wenn man Ich-Bewusstsein wie das da oben definiert (Abtrennung Ich-Umwelt), dann haben Säuglinge das mit ziemlicher Sicherheit nicht, siehe tiefenpsychologische Untersuchungen von Freud (Methodenkritik hin oder her), aber auch aus der Stufentheorie von Piaget geht das hervor.


