veganismus diskussion in der jungle world (viel lesestoff!)

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Beitragvon Gary am 10. Dez 2008 17:36

Ein aufmerksamer Leser würde bemerken, dass ich den Abschnitt nicht ausgesucht habe.
Der Autor versucht eine angebliche Herleitung der Tierrechtsidiologier.
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Beitragvon pünktchen.av am 10. Dez 2008 17:51

da ist er doch noch bei, sagen wir der beschreibung des psychologischen umfeldes.

dem aufmerksamen leser ist auch nicht entgangen, dass akayi nicht vom dritten absatz sprach:

Akayi hat geschrieben: nehmen wir meinetwegen den dritten abschnitt, den über die regressive aufhebung.


also wohl

Die Gesellschaft des Verzichts, die in diesem Kampf für die »reine Natur« bereits angelegt ist, ...
Sein Pferdestall war abgebrannt, als Konfuzius von der Audienz heimkehrte.
Er fragte: "Sind Menschen verletzt?"
Nach den Pferden fragte er nicht.

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Beitragvon Akayi am 10. Dez 2008 17:57

ist doch egal, wir brauchten ja nur einen konkreten punkt zum diskutieren.

wir sind ja jetzt ein gutes stück weiter. zum einen wäre vielleicht festzuhalten, dass deine aussage - deiner argumentation gemäß - nicht lautet, dass alles "Quatsch" sei, sondern dass es vielleicht auf diese oder auf jene durchaus zutreffen mag. lediglich eine verallgemeinerung verbittest du dir.
aber zum kern des vorwurfs der regressiven aufhebung. da wird ja erstmal nicht von marx' eigenen idealen gesprochen, sondern von der verwirklichung der ideale der bürgerlichen gesellschaft. und von diesen nun abzukehren, das hält der autor eben für falsch. das ist wohl gemeint, wenn er davon spricht, dass hier tiere statt menschen befreit werden sollen. deine entgegnung gibt unter 2. dem autor recht, zur ehrenrettung, und damit dein vorwurf noch im raum stehen bleibt werden dann menschen genannt, denen es um marx' ideale gehen soll (zu deinem missverständnis äußerte ich mich bereits). hier allerdings würde ich argumentieren, dass die fokussierung auf tiere nunmal die abkehr von der befreiung der menschen mit sich bringt. wenn ich mich mit bestimmten symptomen dieser gesellschaft beschäftige und nicht mehr mit der gesellschaft an sich, dann setze ich einen anderen zweck. dieser verschiebt sich dann von der verwirklichung genannter ideale hin zu einem kampf gegen die ausbeutung von tieren. folglich: "statt menschen wollen sie tiere befreien".
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Beitragvon Gary am 10. Dez 2008 19:36

Man sollte bei diesem Vorwurf ja grundsätzlich zwischen Tierrechtlern und Tierrechtsaktivisten unterscheiden. Wenn ich nur Vegan vor mich hinleben ohne aktiv zu sein, habe ich genausoviel Zeit für andere Themen wie jeder andere auch. Tierrechtler zu sein und Vegan zu leben braucht keine Zeit und da auch nur ein zu vernachlässigender Bruchteil in Foren seine Zeit verschwendet bleibt wenn der Bedarf bestehen würde genügend Zeit sich in anderen Bereichen für Veränderungen zu sorgen.

Menschenrechtsthemen sind auf deutschen Strassen schwieriger zu publizieren bzw. die Menschen auf den Strassen haben weniger Einfluss auf die Menschenrechtsverletzungen. Das kann jetzt außerhalb meiner keinen Welt nicht als Argument gelten, doch habe ich die Erfahrung gemacht, dass die mir bekannten Tierrechtler meist Empfänglicher sind für Themen wie Fairtrade als die mir bekannten Nichttierrechtler.
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Beitragvon Kim Sun Woo am 21. Dez 2008 14:36

hab mich damals auch in der Diskussion beteiligt und finde auch heute noch, daß man der jungle world (bzw. viel eher: dem Autor des fürchterlich Textes "für Tierschutz") ankreiden muß, damit übers Ziel hinausgeschossen zu sein.

leider übrigens nicht das erste Mal, sondern wenige Wochen vorher gab es schon diesen Artikel, der ebenfalls nur Futter für antivegane Ressentiments darstellte.

(und wie woanders angemerkt: "bei Antispezieismus wird die jungle world glatt zu querfrontverstehern". Das Discovery Institute, an dem der interviewte Wesley Smith tätig ist, ist nämlich tatsächlich u.a. Kämpfer für die Anerkennung von Kreationsmus als wissenschaftliche Theorie und versucht bspw. diesen auf schulischen Lehrplänen unterzubringen. das mit man Menschen, die sich ganz reaktionär-christlich als "Krone der Schöpfung" (usw. blabla) verstehen, eigentlich keine Diskussion zum Thema Veganismus führen muß, versteht sich von selbst)
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Beitragvon pünktchen.av am 21. Dez 2008 17:11

an welcher diskussion zu welchen artikel?

das interview dass du meinst, ist oben noch gar nicht verlinkt worden: "der mensch wird als feind des planeten betrachtet"

natürlich ist sein arbeitgeber ein verein von christlichen fundis. allerdings wüsste ich nicht, wo das in dem interview zum tragen kommt. er argumentiert eben nicht mit irgendwelchen religiösen dogmen. es wird auch deutlich, wie er überhaupt bei den fundis gelandet ist:

... der Hemlock Society, die Hilfe zum Selbstmord anbietet. Diese Organisation erklärt den Leuten, welche Drogen sie nehmen müssen, um sich umzubringen, und wie man eine Plastiktüte benutzt, um sicherzugehen, dass man auch wirklich stirbt. Getreu der Anleitung hat sich meine Freundin Frances umgebracht. (...) Dann entschloss ich mich dazu, die Leute zu unterstützen, die gegen die Legalisierung der Sterbehilfe protestieren.


und da kann man auch bei weniger fundamentalistischen christen unterstützung finden.

und selbst wenn er selbst ein christlicher fundi wäre, ist dein querfrontgerede ziemlich unpassend. seine ethische ausgangsposition, dass der mensch und seine interessen stehts im mittelpunkt zu stehen haben, teilen nämlich 99,9% der weltbevölkerung, auch wenn sie das unterschiedlich begründen würden. da kann man als nichtveganer einer "querfront" kaum entkommen.

interessant fand ich an dem interview allerdings im wesentlichen diese aussage:

Für die Utopie einer religionsfreien Gesellschaft treten derzeit in den USA evolutions theoretische Religionskritiker, wie beispielsweise Richard Dawkins, ein. Welche Nähe hat Daw kins zu der Ideologie der Tierrechtsbewegung?

Dawkins scheint zu glauben, dass er den Glauben an eine göttliche Macht unterminieren kann, indem er ethische Prinzipien wie die Annahme, dass der Mensch einzigartig ist, attackiert. Das jedenfalls scheint mir der Grund zu sein, warum Dawkins Peter Singers Great Ape Project unterstützt. Die Besonderheit des Menschen ist eben eine Ansicht, die sich aus der religiösen Tradition entwickelt hat, aber gleichzeitig die fundamentale Voraussetzung der westlichen Zivilisation ist. Man braucht keinem religiösen Glauben anzuhängen, um die Menschenrechte zu verteidigen. Trotzdem meinen einige der so genannten Neuen Atheisten, dass die jüdisch-christliche Ethik synonym für religiöse Überzeugung steht. Diese Religionskritiker bezeichnen sich als Freidenker, das sind sie aber nicht.


ich bin ja auch der auffassung, dass religion organisierte volksverblödung ist und beseitigt gehört, aber in dem punkt habe ich ebenfalls das gefühl, dass einige militante atheisten das kind mit dem bade ausschütten und in einen kruden biologismus verfallen.
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Beitragvon VeganBurger am 14. Mai 2009 18:09

Jungle-World - so nei scheiße lese ich nichtmehr. Hatte mir die mal ne zeitlang regelmäßig gekauft, finde deren Positionen aber überwiegend zum kotzen. Ich frage mich was dieses Blatt soll? Das ist eins der Mags die immer auf Teufel komm raus ihre Positionen durchdrücken müssen. Auch wenn es null Fundament gibt.
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Beitragvon pünktchen.av am 14. Mai 2009 19:48

wenn du den ersten beitrag gelesen hättest, wäre dir vielleicht aufgefallen, dass es sich um eine reihe von artikeln handelt, in denen sehr entgegengesetze positionen vertreten werden. welche versucht die jungle world denn bitte durchzudrücken?
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Beitragvon sakai.av am 14. Mai 2009 20:13

VeganBurger hat geschrieben:Jungle-World - so nei scheiße lese ich nichtmehr.

Wenn die Nationalbolschewisten der Jungen Welt erstmal mit der Jungen Freiheit fusioniert haben wirst du die Jungle noch zu schätzen wissen.
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Beitragvon VeganBurger am 14. Mai 2009 22:06

Also anhand meines Avatars/Namens wird ja deutlich, dass ich mich mit der Aussage sicherlich nur auf einen Teil der Artikel beziehe. Ich habe nämlich keinen Bock mir den kompletten Lesestoff reinzuziehen, also sind gerade DIE Artikel weniger interessant, die sowieso meine Ansichten unterstützen. Zeit habe ich im Moment leider nicht genug! Ich habe ein paar gegen pol. Veganismus gelesen und fand die alle ziemlich mies - meine Meinung eben.
Deswegen genügt mir im Moment einfach mal die schlichte Aussage: "Das WAS ich gelesen habe war schlecht."

Das ist jetzt nichtmal nur auf das Thema Veganismus bezogen.
Insgesamt ist mir das Blatt tendenziell zu gezwungen antideutsch, was gerade an Positionen in internationalen Fragen deutlich wird. Auch argumentativ wird da zuviel auf die "wir werfen ein paar Fremdwörter rein und dann bemerkt keiner das wir eigentlich nur emotionales Zeug schreiben"-Strategie gefahren. Das ist meine Erfahrung. Ich habe sicherlich nicht alles gelesen was sie publiziert haben ABER es reicht um mir ein Bild zumachen.

Ich will jetzt nicht über politische Ansichten diskutieren bzw. ein riesen Ding draus machen aber links-alternative Positionen müssen nicht immer zwingend antideutsch sein. Man muss in der Lage sein auch Dinge innerhalb seiner Ideologie in Frage zu stellen.

Ich hoffe das reicht.
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