Sie «quälte» sich durch Bioläden, kochte Gemüse, Hülsenfrüchte, Sojaplätzli. Oscar mochte alles nicht. «Ich wusste bald nicht mehr, was ich auftischen sollte», erinnert sich Juzi. Umso mehr freute sie sich, als die Grossmutter eines Tages anrief und verriet, der Kleine habe bei ihr ein Stück Salami stibitzt. «Zwei Tage später wollte er für mich ein Fleischplättli zusammenstellen. Der ganze Spuk war vorbei»
Hier wird doch ganz eindeutig Fleischkonsum verharmlost als "normal" dargestellt, während Vegetarismus als nervtötende Packerei angesehen wird. Ausserdem könnte man meinen, die Kost der Familie Juzi bestehe nur aus Fleisch, wenn das Kochen von Gemüse und Hülsenfrüchten eine so grosse Neuerung und einen qualvollen Effort darstellt. Und dass Bioläden sowieso die Hölle sind, weiss man ja auch... Ausserdem: am Ende des Artikels kommt die dümmste Rechtfertigung ever: "Wer Milch trinken und Käse essen wolle, müsse konsequenterweise auch ab und zu Fleisch essen." Der gedankliche Schritt zum Veganismus wird ausgeklammert. Gerade desshalb regt es mich ja auch auf, dass bei den "Alternativen zu 50 Gramm* Fleisch" auch nur Milchprodukte und Eier aufgeführ werden (vegetarisch), nicht aber Tofu (vegan).
Insgesammt wird Veganismus als Problem behandelt - das gelöst werden kann bzw sich bei mangelnder Ermunterung vonselber löst. Statt die Kinder beim kritischen Denken und selber Entscheiden zu unterstützen, soll man ihnen den "Kreislauf der Natur erklären": «Wir sind nun mal Allesfresser.» Wenn man hingegen nicht über Massentierhaltung, Tiertransporte und Umweltschäden reden wolle, sei das verständlich (und ok, so wird suggeriert).

@illith: wenn meine Freunde grilliert würden, würd ich mich auch im Zimmer einsperren und toben
