Beobachter: Wie man die "vegetarische Trotz-Phase" überlebt

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Beobachter: Wie man die "vegetarische Trotz-Phase" überlebt

Beitragvon Eacon am 24. Jul 2010 11:15

Im aktuellen Beobachter (renomiertes CH-Magazin zu Wirtschaft, Recht, Umweltschutz, Familie) grad folgenden Artikel gelesen:
«Ist die Wurst aus einem Rössli gemacht?»

Ich finds total schockierend wie mit denkenden Kindern umgesprungen wird bzw geraten wird, umzuspringen. Wie von einem "Erfolg" gesprochen wird, wenn das Kind wieder Fleisch isst ("der Spuk ist vorbei..."). Und natürlich dass unter den Fleischalternativen nur wieder andere Tierprodukte aufgeführt werden. Eine Protion Tofu wäre wohl zuviel des Guten gewesen! :hmmpf:

(Ich weiss, dass es hier um Veganismus gehen sollte, aber ich find kritisches Hinterfragen und die Entscheidung zum Verzicht auf Fleisch sind schon die ersten Schritte zum Veganismus. Viele von uns sind ja nicht vegan auf die Welt gekommen ;) )
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Beitragvon pünktchen.av am 24. Jul 2010 12:28

ähm - lies den text vielleicht einfach noch mal. im ganzen artikel geht es darum, dass auf die kinder rücksicht genommen wird, die eltern suchen ersatzprodukte die entgegen deinem gefühlten textverständnisses mitnichten aus fleisch sind (es mag dich überraschen, aber nicht nur tofu ist vegetarisch) und du fantasierst etwas von einer zwangsumerziehung der kinder zum fleischessen zusammen. geht's noch?

ich hab das entscheidende mal für dich gefettet:

Und wenn Eltern finden: «Was auf den Tisch kommt, wird gegessen»? Zwang sei keine Lösung, sagt Rebetez, weder auf die eine noch auf die andere Seite. «Man darf einem Kind ruhig sagen: ‹Wir zwingen dich nicht, Fleisch zu essen. Aber du hast genauso wenig das Recht, vorzuschreiben, was wir essen.›»

Gar nichts von solchen Kompromissen wollte Oscar, 6, wissen. Seine Mutter Regula Juzi erinnert sich: «Wenn wir Freunde zum Grillieren eingeladen hatten, weigerte sich Oscar, aus dem Haus zu kommen. Er verschanzte sich im Zimmer und tobte
(...)
Regula Juzi besorgte sich ein vegetarisches Kochbuch. Sie «quälte» sich durch Bioläden, kochte Gemüse, Hülsenfrüchte, Sojaplätzli. Oscar mochte alles nicht. «Ich wusste bald nicht mehr, was ich auftischen sollte», erinnert sich Juzi. Umso mehr freute sie sich, als die Grossmutter eines Tages anrief und verriet, der Kleine habe bei ihr ein Stück Salami stibitzt. «Zwei Tage später wollte er für mich ein Fleischplättli zusammenstellen. Der ganze Spuk war vorbei»


kannst du das nicht nachvollziehen, dass es für hotel mama eine enorme belastung ist, wenn das mäkelige kind praktisch nichts mehr isst und auch noch über die ernährungsweise der eltern zetert?
Sein Pferdestall war abgebrannt, als Konfuzius von der Audienz heimkehrte.
Er fragte: "Sind Menschen verletzt?"
Nach den Pferden fragte er nicht.

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Beitragvon illith am 24. Jul 2010 13:09

..."grillieren"?? xDD
seize life.
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Beitragvon pünktchen.av am 24. Jul 2010 13:37

schweizer halt, die parkieren auch. überhaupt hat der dialekt eine seltsame tendenz zu unnötig komplizieren ausdrucksweisen, auch bei der satzkonstruktion.
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Beitragvon Eacon am 24. Jul 2010 13:39

Sie «quälte» sich durch Bioläden, kochte Gemüse, Hülsenfrüchte, Sojaplätzli. Oscar mochte alles nicht. «Ich wusste bald nicht mehr, was ich auftischen sollte», erinnert sich Juzi. Umso mehr freute sie sich, als die Grossmutter eines Tages anrief und verriet, der Kleine habe bei ihr ein Stück Salami stibitzt. «Zwei Tage später wollte er für mich ein Fleischplättli zusammenstellen. Der ganze Spuk war vorbei»

Hier wird doch ganz eindeutig Fleischkonsum verharmlost als "normal" dargestellt, während Vegetarismus als nervtötende Packerei angesehen wird. Ausserdem könnte man meinen, die Kost der Familie Juzi bestehe nur aus Fleisch, wenn das Kochen von Gemüse und Hülsenfrüchten eine so grosse Neuerung und einen qualvollen Effort darstellt. Und dass Bioläden sowieso die Hölle sind, weiss man ja auch... Ausserdem: am Ende des Artikels kommt die dümmste Rechtfertigung ever: "Wer Milch trinken und Käse essen wolle, müsse konsequenterweise auch ab und zu Fleisch essen." Der gedankliche Schritt zum Veganismus wird ausgeklammert. Gerade desshalb regt es mich ja auch auf, dass bei den "Alternativen zu 50 Gramm* Fleisch" auch nur Milchprodukte und Eier aufgeführ werden (vegetarisch), nicht aber Tofu (vegan).

Insgesammt wird Veganismus als Problem behandelt - das gelöst werden kann bzw sich bei mangelnder Ermunterung vonselber löst. Statt die Kinder beim kritischen Denken und selber Entscheiden zu unterstützen, soll man ihnen den "Kreislauf der Natur erklären": «Wir sind nun mal Allesfresser.» Wenn man hingegen nicht über Massentierhaltung, Tiertransporte und Umweltschäden reden wolle, sei das verständlich (und ok, so wird suggeriert). :evil:

@illith: wenn meine Freunde grilliert würden, würd ich mich auch im Zimmer einsperren und toben ;)
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Beitragvon pünktchen.av am 24. Jul 2010 16:13

die eltern essen nun mal fleisch und für die ist das normal, und das gilt vermutlich für 98% der schweizer. eine plackerei ist der zeitweise vegetarismus des kindes, weil es die ihm angebotenen vegetarischen alternativen alle ablehnt, die kulinarischen bemühungen der mutter also fruchtlos und daher frustrierend sind. und natürlich stehen die auch zu ihrer meinung, das fleischessen ok ist. erwartest du ernsthaft von einem überzeugten fleischesser, seine kinder zum veganismus zu bekehren?
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