Aves hat geschrieben:Dein Leben hat keinen Sinn!
Nja, aber beim Spruch "(Das) Leben hat keinen Sinn" - kenn ich die gar nicht so dumme Antwort: im Vergleich zu was denn?

Es sei denn, du gibst ihm einen.
Joah, so ungefähr sehe ich das auch, aber so ganz zufrieden stellt es mich noch nicht, weil es mir zu allgemein als Aussage ist.
SxEric hat geschrieben:rein theoretisch sind buddhismus, zen, daoismus, usw.. alles nur konzepte..und konzepte erfassen nie die ganze "wahrheit"
ja, seh ich ganz genauso
deswegen versucht man im zen auch buddhismus als konzept, auch zen als konzept loszulassen.. es ist nur eine richtschnur.. eine möglichkeit.. im zen sagt man auch: wenn du buddha findest, erschlag ihn..
ja, ähnliches hatte ich auch vernommen und es war mir sehr sympathisch als gedanke... ich mag keine "wahrheiten" à la "der einzige gott ist x und y ist sein z"
1) auf ungemütliche Kissen setzen
genau darum geht es im zen.. zazen = sitz-"meditation".. stilles sitzen.. bei uns sind das 2x 40 minuten mit halboffenen augen vor einer wand.. die wirbelsäule möglichst gerade.. der nacken gestreckt und man konzentriert sich auf den atem.. das ist, vor allem anfangs, ziemlich schmerzhaft (teilweise geht man da sehr nah an seine grenzen..), langweilig, frustrierend.. aber irgendwann bemerkt man dann, welche klarheit die stille bringen kann.. das ist eine ruhe- und kraftpol.. zwischen anspannung und entspannung.. (meiner meinung nach, kaum in worte zu fassen)
so n art flow-zustand des eigenen bewusstseins? also so etwas kenne ich, wenn ich klavier spiele... oder wenn ich angeregte gespräche führe... die sache ist, ich bin so n kopfmensch. ich vertraue nicht, wenn ich nicht weiß, was für einen sinn das haben soll. ist etwas irritierend gelegentlich, aber so bin ich einfach, glaube ich. meine frage wäre da: was bringt das, sich in so einen zustand zu begeben? klavier: bringt mich meinen emotionen näher/hilft, mich zu spüren, das leben zu spüren; gespräche: bringt ordnung, ruhe, einsicht, verstehen, klarheit (wenn sie konstruktiv verlaufen). also was bringt meditieren?
2) irgendwelche (gleichbleibenden) "meine kehle wird rot und die blaue kraft strömt in mein herz" runterleiern
das sind meistens sutren, gelöbsnise.. alle lebewesen erretten.. usw.. ich rezitiere auch nicht sehr gerne.. aber wenn du mit voller konzentration rezitierst.. wirst du merken, dass sich gedanken einfach lösen und verschwinden..
hmm. und wieder, was soll das bringen? die sache ist, mir scheint das (in der form, wie ichs erlebt hab) manchmal etwas dogmatisch - es sind immer (!) die gleichen 4 gedichte, die rezitiert werden, das frustriert mich und langweilt mich. alle anderen aktivitäten, in denen ich mich "spirituell" oder ähnlich fühle (also im flow-zustand oder so...) - klavier, töpfern, gespräche - lassen mich etwas neues erleben, es gibt neue impulse...
gesänge die ich nicht verstehe, da auf tibetisch
als ich mit zazen angefangen habe, wollte ich wissen, was das hannya shingyo (sutra der höchstes weisheit) auf deutsch bedeutet.. aber man sagte mir, das wäre nicht so wichtig.. und das isses, glaube ich, wirklich nicht.. ich kenne mich aber bei den tibetern auch nicht so aus..
also musik / gesang ist für mich harmonie von tönen und wörtern. wenn das ein eintöniges geleier ist (bei uns bestand das "lied" aus 2 tönen, ein ton auseinander), dann fällt es meinem ohr schwer, das zu genießen bzw. dann ist es nicht wirklcih musik für mich. oder versteh ich an dem konzept was falsch?
jedenfalls irgendwelche rituale, die zwar ganz nett sind, aber nichts von dem was ich so erwarten würde
das problem lag also nicht be der gruppe, sondern bei deinen erwartungen und falschen vorstellungen

vielleicht

die sache ist: ich bin neugierig. was bedeutet das? warum machen die das? Wenn ich Klavier spiele, ist es natürlich nicht in Worte zu fassen - Musik als solches ist so komplex, dass die Konzepte davon nur sehr mager sind im Vergleich zu dem, was es eigentlich ist - aber trotzdem will ich wissen, was das bringt, warum man was macht. ich mache leute regelmäßig wahnsinnig mit meinem gefrage, aber ich kann nicht anders, als das mit meinem bewusstsein udn denken auch zu "empfinden". vorwürfe, ich sei "verkopft", höre ich nicht gerne, da das meine natur ist und ich nicht sehe, warum ich etwas an meiner natur ändern soll... weißt du, was ich meine? also ich kann mir durchaus vorstellen, dass da was ist, was ich noch nicht entdeckt hab, aber wenn die eine ebene, die ich auch so brauche, die des analysierens, bei der gruppe kaum vorhanden ist (keiner hinterfragt, was gemacht ist, oder wenn, dann nur sehr oberflächlich), dann fehlt mir da sehr stark etwas und ich kann mich nicht wirklcih drauf einlassen...
das war für mich das sympathische am zen.. das man sich nicht irgendwelche lichter vorstellt.. oder gebete sinnlos runterrattert, oder an irgendwelche buddhas glaubt die einen retten.. sondern das man zur klarheit findet, über das sitzen.. über die eigene anstrengung.. die eigenen achtsamkeit.. sich mit sich selbst auseinander setzen müssen.. usw.. ohne buntes drum herum..
ich glaube, in meiner stadt gibt es auch eine zen-gruppe. ich muss mich nochmal umschauen...
trotz allem, lehne ich religionen ab..
hast du dich auch schonmal mit christentum etc auseinandergesetzt, bevor du "zum buddhismus" kamst?
SxEric hat geschrieben:kiara hat geschrieben:Also ich beschäftige mich schon länger mit dem Thema, da ich nach mehreren Krisen, die auch sehr stark Sinnlosigkeit beinhalteten, empfunden hab, dass mir da etwas fehlt.
jup.. so ging es mir auch mein leben lang.. und so geht es mir oft immernoch.. ich hatte jahre lang depressionen..
ja, das war / ist auch mein problem - teilweise auch biologisch, aber größtenteils eben eine krankmachende einstellung zum leben, war/ist das bei mir, glaub ich. mit meiner seele nicht gut umgehen. ich sehe "tagebuch schreiben und versuchen, zu verstehen, was mich bekümmert" auch fast als "spirituell" an, weil es beinhaltet, dass ich die bindung /das vertrauen zu mir selbst stärke, indem ich verlässlich bin in der hinsicht, dass ich mich um meine probleme kümmere und den schmerz / das verdrängen (depression) ernstnehme und verstehe, was für kummer/sorgen ich hab.
ich bin mir nicht sicher, inwiefern das mit spiritualität zu tun hat, aber ich glaube, die beiden sind eng verknüpft. das eigene menschliche erleben, das eigene bewusstsein, ist m.M.n. etwas, was gar nicht von spiritualität zu trennen ist. insofern, wenn das menschliche erleben krankt (=depression), liegt es nahe, sich damit zu beschäftigen (=spiritualität).