Glaube / Spiritualität

Politische Diskussionen ohne Tierrechtsbezug

Beitragvon SxEric am 15. Mai 2010 15:28

o n art flow-zustand des eigenen bewusstseins?

weiß nicht.. kA.. probier es aus! was würdest du jemanden sagen, der noch nie eine erdbeere gegessen hat, aber von dir wissen möchte wie eine erdbeere schmeckt? du kannst sagen.. süß oder sauer.. oder beides.. kA.. aber es wird nicht das erlebnis eine erdbeere zu kosten ersetzen.. und dann schmeckt auch noch jede erdbeere anders..

also was bringt meditieren?


kodo sawaki..antwortete auf die frage, was denn zazen bringen soll "nichts".. er warnte auch.. sich durch religion, meditation und all den scheiß irgendein tolles erlebis zu versprechen.. oder einen tollen zustand zu erreichen.. es gibt nichts zu erreichen.. es geht darum das leben, in diesem momentan, mit voller intensität zu leben.. mehr nicht.. also was bringt meditation? nichts.. und doch alles.. viele zen meister warnen vor tollen zuständen in der meditation.. oder sogar irgendwelche rausch erlebnissen.. man steigert sich gern in irgendetwas.. weil einem das echte leben zu "langweilig" oder lahm erscheint..

hmm. und wieder, was soll das bringen?

also.. ich kann nur sagen was es mir bringt.. ich empfinde es, als einen zustand in dem gedanken und gefühle nicht mehr mein leben dominieren.. aber ohne das ich mich ablenken muss.. sondern im gegenteil völlig wach und achtsam wahrnehme..

es sind immer (!) die gleichen 4 gedichte

ja.. gerade bei tätigkeiten, die uns langweilig, immer gleich erscheinen.. neigen wir dazu uns gehen zu lassen.. und ins gedanken zu verstricken.. deswegen kann man achtsamkeit in solchen momentan am besten üben.. irgendwann stellt man dann fest, dass es immer das gleiche garnicht gibt.. vielleicht ist die tätigkeit eine änliche.. aber der momentan ist immer ein anderer..

hast du dich auch schonmal mit christentum etc auseinandergesetzt, bevor du "zum buddhismus" kamst?

ja.. ich hatte auch als kind religionsunterricht und bin regelmäßig in die kirche gegangen.. aber trotz all der gebete, wurde alles schlimmer.. ich habe immer einen weg gesucht, der praktisch ist.. der buddhismus bietet meiner meinung nach kein glaubenssystem (ja.. gut.. vielleicht ist es inzwischen leider dazu verkommen), sondern eher "werkzeuge".. ich wollte immer direkt auf mein leben bezogen.. eine hart hilfe.. wie kann ich mit depressionen, wut, hast, enttäuschungen umgehen.. usw.. und das ohne das ich dabei an etwas glauben "muss"..
im christentum glaubt man das die erlösung von außen kommt.. ich muss nichts tun, außer glauben.. im buddhismus, insbesondere im zen, kann man so etwas wie "erlösung" nur durch eigene anstrengung erreichen.. das erschien mir immer logisch..
wenn ich etwas erreichen will, muss ich es selbst tun.. anstatt zu warten, das jemand kommt, der das für mich erledigt..

weiteres gutes, undogmatisches material findest du auch unter:
http://www.zen.fuer-uns.de/

p.s.: ich bin auch son kopfmensch..
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Beitragvon kirsche am 15. Mai 2010 16:25

ja
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Beitragvon kiara am 15. Mai 2010 17:58

SxEric hat geschrieben:
kiara hat geschrieben:also was bringt meditieren?
kodo sawaki..antwortete auf die frage, was denn zazen bringen soll "nichts"..
hm, naja, das könnte ich beim klavierspielen auch sagen. aber das wäre dann mehr vom allgemein gültigen verständnis von "es bringt etwas".
oder leonard bernstein auf die frage "erzählt musik geschichten?" "nein". - je nachdem wie man "geschichte" interpretiert.
Ich glaube, solch ein Thema könnte zu vielfacettig sein, um einfach sagen zu können, dass es "nichts" oder "viel" bringt - irgendwas im eigenen unterbewusstsein wird ja wohl doch sehr stark das gefühl sein, dass es etwas bringt, sonst würde man es ja nicht tun wollen, denk ich.

so, äh, und was denke ich mir jetzt dazu?... *laut nachdenk* ich schätze, dass es so eine eher im unterbewusstsein wahrgenommene sinnhaftigkeit enthält. ähnlich wie klavierspielen. (obwohl ich letztens eine kreative sinnkrise hatte, weil ich keine antwort gefunden hab auf die frage "was bringt mein klavierspielen". aber dann habe ich es so gesehen, dass es auf eine sehr komplexe art eine stabilität und glücklichkeit bringt, und daher doch sinnvoll ist.)

er warnte auch.. sich durch religion, meditation und all den scheiß irgendein tolles erlebis zu versprechen.. oder einen tollen zustand zu erreichen.. es gibt nichts zu erreichen.. es geht darum das leben, in diesem momentan, mit voller intensität zu leben.. mehr nicht.. also was bringt meditation? nichts.. und doch alles.. viele zen meister warnen vor tollen zuständen in der meditation.. oder sogar irgendwelche rausch erlebnissen.. man steigert sich gern in irgendetwas.. weil einem das echte leben zu "langweilig" oder lahm erscheint..
mh, i think i get your point. also wenn ich meditiere, könnte ich mir so ein vertieftes verträumtes erleben vorstellen, so wie ich es automatisch manchmal hab, wenn ich einen punkt fixiere und dann irgendwie... schwer zu beschreiben, aber diese momente sind irgendwie sehr, äh, *wortsuch*, keine ahnung, aber ich könnte mir vorstellen, dass das ist, was man in der meditation erreichen will.

hmm. und wieder, was soll das bringen?
also.. ich kann nur sagen was es mir bringt.. ich empfinde es, als einen zustand in dem gedanken und gefühle nicht mehr mein leben dominieren.. aber ohne das ich mich ablenken muss.. sondern im gegenteil völlig wach und achtsam wahrnehme..
also dass gedanken und gefühle das leben dominieren, finde ich eine art widerspruch in sich... leben ist für mich gedanken und gefühle. aber vielleicht meinst du negative oder sich wiederholende, unzufriedenstellende bewusste gedanken und gefühle, die so unausgeglichen machen, dass der blick fürs "ganze" sozusagen versperrt wird und eine art "psychische basis" verhindert wird? und dass meditation eine art finden zur eigenen mitte ist? in der man ruht und aus der man, entspannt und zuversichtlich, die "bewusst wahrgenommenen" gedanken/probleme in angriff nehmen kann?

es sind immer (!) die gleichen 4 gedichte
ja.. gerade bei tätigkeiten, die uns langweilig, immer gleich erscheinen.. neigen wir dazu uns gehen zu lassen.. und ins gedanken zu verstricken.. deswegen kann man achtsamkeit in solchen momentan am besten üben.. irgendwann stellt man dann fest, dass es immer das gleiche garnicht gibt.. vielleicht ist die tätigkeit eine änliche.. aber der momentan ist immer ein anderer..
also wie beim joggen, dass jedes mal der eigene zustand ein anderer ist und die evtl aus dem falschen blickwinkel als "langweilig" empfundene wiederholung eigentlich eine art befreiung ist, ein stabiler schutzraum, in dem das eigene ich, das ja jedes mal, durch die abgelaufene zeit, anders ist, sich selbst finden kann? (so in der art)? oder was ist mit "achtsamkeit" gemeint?

der buddhismus bietet meiner meinung nach kein glaubenssystem (ja.. gut.. vielleicht ist es inzwischen leider dazu verkommen)
ja, das hatte mich als letztes so genervt, auf die frage an einen meister "laut buddhismus, was ist mit einem kind, das in einer hungersnot stirbt?" sagte er "ja, das hat wahrscheinlich in seinem alten leben etwas getan, wozu es jetzt büßen muss" und ich dachte... na gut... christentum in grün... aber in einem buch, was ich hatte, klang das ganze schon sehr viel anders, also kein glaubenssystem, sondern mehr ein entdecken der welt.

ich wollte immer direkt auf mein leben bezogen.. eine hart hilfe.. wie kann ich mit depressionen, wut, hast, enttäuschungen umgehen.. usw.. und das ohne das ich dabei an etwas glauben "muss"..
ja, geht mir genauso. hast du mal eine therapie wegen den depressionen gemacht? kannst auch per pn oder gar nicht auf diese frage antworten^^

im christentum glaubt man das die erlösung von außen kommt.. ich muss nichts tun, außer glauben..
mja, so hab ich das von einigen buddhisten gehört, aber da muss ich gerade mal das christentum verteidigen: der mensch ist ja gottes ebenbild, und man selbst ist so in der art auch ein teil von gott, das heißt, die erlösung kommt eigentlich von einem innen, wenn man selbst die gnade gottes fühlt. (oder so.)

im buddhismus, insbesondere im zen, kann man so etwas wie "erlösung" nur durch eigene anstrengung erreichen.. das erschien mir immer logisch..
wenn ich etwas erreichen will, muss ich es selbst tun.. anstatt zu warten, das jemand kommt, der das für mich erledigt..
ja, erscheint mir auch plausibel, also im rahmen von dem, was einem in der eigenen macht steht. (zum thema: "im rahmen des möglichen" mag ich auch sehr ein ursprünglich christliches gebet, das mir (als abwandlung von "gott" auf "konzentrieren auf" oder "wünschen" oder "erstreben") sehr gefällt:
"Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden"

weiteres gutes, undogmatisches material findest du auch unter:
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danke für den link! ich hab in der nächsten woche noch relativ viel zu tun, aber danach erstmal ferien, dann werd ich mich mal durch die seiten lesen.
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Beitragvon SxEric am 15. Mai 2010 18:21

also wenn ich meditiere, könnte ich mir so ein vertieftes verträumtes erleben vorstellen

hmm.. nee.. ich glaube, dass wäre so ziemlich das gegenteil von dem was man mit meditation erreichen möchte.. das ist für mich eher chillout.. entspannen.. beim zazen geht es darum, träume, anhaftungen, illusionen, etc. los zu werden..
in zendos sieht man oft figuren von manjushri.. ein boddhisatva mit einem schwert in der hand.. das schwert symbolisiert das durchschneiden aller träume und illusionen..

also dass gedanken und gefühle das leben dominieren, finde ich eine art widerspruch in sich...

normalerweise ist man ständig abhängig von gefühlen und gedanken, die man zu erlebten dingen hat.. man kategorisiert in: das ist cool.. davon will ich mehr.. und: das ist scheiße.. das will ich nicht.. und ist ständig damit beschäftigt dem was glück verspricht hinterher zu laufen und dem was nach leiden aussieht davon zu rennen.. damit agieren wir nicht mehr selbst, sondern reagieren eigentlich nur noch.. wir teilen ständig die welt und alles was uns begegnet, sogar uns selbst.. in gut und schlecht ein.. begleidet von den jeweiligen gefühlen dazu.. im buddhismus spricht man davon "affengeist" der ständig von baum zu baum springt, aber nie zur ruhe kommt.. wir wollen dies, wir wollen das.. wir wollen dies nicht..und das auch nicht.. usw..
kodo sawaki nannte den zustand im zazen "feuerpause".. mit all dem aufzuhören und sich auf das hier und jetzt zu konzentrieren..
ich musste letztens grinsen als ich von brad warner (punkrockgitarrist und zenmeister) soviel las wie: wenn du am morgen auf dem klo sitzt, und in deiner kacke, die rester deines letzten abendessens wieder findest.. das ist leben.."
vielleicht könnte man es auf eine art: sich auf das wesentliche besinnen nennen..
ich wurde zum beispiel beim zazen immer wieder mit gedanken an vergänglichkeit, einsamkeit und tod konfrontiert.. bis mir bewusst wurde wie vergänglich ich bin.. wie vergänglich alles ist.. (nicht nur intellektuell.. es war irgendwie ein tierferes verstehen).. seit dem, habe ich erst das gefühl jeden tag wirklich zu leben.. und jeden tag irgendwie so gut es geht zu nutzen.. dadurch wurde mir bewusst, was für mich wirklich zählt und wieviel, von dem lärm den menschen so um sich machen, im angesicht des todes, völlig irrelevant sind..


oder was ist mit "achtsamkeit" gemeint?


unter achtsamkeit verstehe ich einfach ein bewusstes wahrnehmen..
im zen sagt man: wenn du isst, dann esse in vollem bewusstsein..wenn du wäsche wächst, wasche wäsche, wenn du gehst, dann gehe voll und ganz.. also das aufgehen, indem was gerade ist und was man gerade tut, ohne gedanken an andere (vielleicht unwichtigere dinge) zu verschwenden.. ob man dieses zustand wirklich erreichen kann, weiß ich nicht.. kA..
ja, geht mir genauso. hast du mal eine therapie wegen den depressionen gemacht? kannst auch per pn oder gar nicht auf diese frage antworten^^


jup.. war auch sehr erfolgreich.. zumal sie paralell zu meiner zenpraxis lief.. also absprache mit dem therapeut.. das war ziemlich cool.. der hatte dann oft psychologische erklärungen für erfahrungen im zazen..

mja, so hab ich das von einigen buddhisten gehört, aber da muss ich gerade mal das christentum verteidigen: der mensch ist ja gottes ebenbild, und man selbst ist so in der art auch ein teil von gott, das heißt, die erlösung kommt eigentlich von einem innen, wenn man selbst die gnade gottes fühlt. (oder so.)


aber warum sollte das so sein? wieso sollte gott das alles hier erschaffen.. wieso sollte er menschen leiden lassen? und wer hat gott erschaffen? für mich klingt das ganze einfach ziemlich unrealistisch..
vielleicht fällt es uns menschen einfach schwer das offensichtliche zu akzeptieren.. weil die realität manchmal einfach zu hart ist?
"laut buddhismus, was ist mit einem kind, das in einer hungersnot stirbt?" sagte er "ja, das hat wahrscheinlich in seinem alten leben etwas getan, wozu es jetzt büßen muss"


sowas halte ich für quatsch.. und ne einfache ausrede, leiden von sich fern zu halten und sich seiner verantwortung zu entziehen.. so könnte man auch den holocaust rechtfertigen.. im sinne von "die juden sind selbst an ihrem schicksal/karma schul" oder; "die tiere sind selbst schuld, wenn sie als schlachttiere widergeboren werden"
das entspricht auch nicht buddhas lehre.. ich sehe in buddhas lehre eher eine möglichkeit dem leiden zu begegnen und zu tun was man kann, um es zu verringern.. und nicht das leiden mit irgendwelche glaubensphrase zu rechtfertigen..
ich glaube auch bis jetzt nicht an wiedergeburt.. selbst wenn es sie gäbe, hätte sie auf mein leben im hier und jetzt keinen einfluss.. genauso wie es keinen einfluss auf mein leben hätte.. ob es nach diesem leben einen himmel oder eine hölle oder sonwas gibt..
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Beitragvon illith am 15. Mai 2010 21:56

@eric:
hab bei der umräumerei vorhin das Buch wiedergefunden, von dem ich neulich mal erzählte. es heißt: Frisbee, Buddha und Kungfu. ich hab es zweimal gelesen.

@kiara:
zu deinem topic findest du vlt auch das ein oder andere in diesem thread
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Beitragvon SxEric am 16. Mai 2010 10:43

ich finds irgendwie nicht..

...
edit: ich habs :D
habs mal in meine amazon-wuschliste aufgenommen..
Zuletzt geändert von SxEric am 16. Mai 2010 10:51, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon illith am 16. Mai 2010 10:50

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Beitragvon SxEric am 16. Mai 2010 10:52

danke.. habs inzwischen gefunden.. :)
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Re: Glaube / Spiritualität

Beitragvon Akayi am 16. Mai 2010 20:32

Ich bin für's erste für Wissen und gegen Glauben.
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Beitragvon Aves am 17. Mai 2010 02:59

Glauben ist aber viel bequemer und hat den Vorteil nicht widerlegbar zu sein!
Fleisch ist ein minderwertiges Sojaersatzprodukt.
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