SxEric hat geschrieben:kiara hat geschrieben:also was bringt meditieren?
kodo sawaki..antwortete auf die frage, was denn zazen bringen soll "nichts"..
hm, naja, das könnte ich beim klavierspielen auch sagen. aber das wäre dann mehr vom allgemein gültigen verständnis von "es bringt etwas".
oder leonard bernstein auf die frage "erzählt musik geschichten?" "nein". - je nachdem wie man "geschichte" interpretiert.
Ich glaube, solch ein Thema könnte zu vielfacettig sein, um einfach sagen zu können, dass es "nichts" oder "viel" bringt - irgendwas im eigenen unterbewusstsein wird ja wohl doch sehr stark das gefühl sein,
dass es etwas bringt, sonst würde man es ja nicht tun wollen, denk ich.
so, äh, und was denke ich mir jetzt dazu?... *laut nachdenk* ich schätze, dass es so eine eher im unterbewusstsein wahrgenommene sinnhaftigkeit enthält. ähnlich wie klavierspielen. (obwohl ich letztens eine kreative sinnkrise hatte, weil ich keine antwort gefunden hab auf die frage "was bringt mein klavierspielen". aber dann habe ich es so gesehen, dass es auf eine sehr komplexe art eine stabilität und glücklichkeit bringt, und daher doch sinnvoll ist.)
er warnte auch.. sich durch religion, meditation und all den scheiß irgendein tolles erlebis zu versprechen.. oder einen tollen zustand zu erreichen.. es gibt nichts zu erreichen.. es geht darum das leben, in diesem momentan, mit voller intensität zu leben.. mehr nicht.. also was bringt meditation? nichts.. und doch alles.. viele zen meister warnen vor tollen zuständen in der meditation.. oder sogar irgendwelche rausch erlebnissen.. man steigert sich gern in irgendetwas.. weil einem das echte leben zu "langweilig" oder lahm erscheint..
mh, i think i get your point. also wenn ich meditiere, könnte ich mir so ein vertieftes verträumtes erleben vorstellen, so wie ich es automatisch manchmal hab, wenn ich einen punkt fixiere und dann irgendwie... schwer zu beschreiben, aber diese momente sind irgendwie sehr, äh, *wortsuch*, keine ahnung, aber ich könnte mir vorstellen, dass das ist, was man in der meditation erreichen will.
hmm. und wieder, was soll das bringen?
also.. ich kann nur sagen was es mir bringt.. ich empfinde es, als einen zustand in dem gedanken und gefühle nicht mehr mein leben dominieren.. aber ohne das ich mich ablenken muss.. sondern im gegenteil völlig wach und achtsam wahrnehme..
also dass gedanken und gefühle das leben dominieren, finde ich eine art widerspruch in sich... leben
ist für mich gedanken und gefühle. aber vielleicht meinst du negative oder sich wiederholende, unzufriedenstellende bewusste gedanken und gefühle, die so unausgeglichen machen, dass der blick fürs "ganze" sozusagen versperrt wird und eine art "psychische basis" verhindert wird? und dass meditation eine art finden zur eigenen mitte ist? in der man ruht und aus der man, entspannt und zuversichtlich, die "bewusst wahrgenommenen" gedanken/probleme in angriff nehmen kann?
es sind immer (!) die gleichen 4 gedichte
ja.. gerade bei tätigkeiten, die uns langweilig, immer gleich erscheinen.. neigen wir dazu uns gehen zu lassen.. und ins gedanken zu verstricken.. deswegen kann man achtsamkeit in solchen momentan am besten üben.. irgendwann stellt man dann fest, dass es immer das gleiche garnicht gibt.. vielleicht ist die tätigkeit eine änliche.. aber der momentan ist immer ein anderer..
also wie beim joggen, dass jedes mal der eigene zustand ein anderer ist und die evtl aus dem falschen blickwinkel als "langweilig" empfundene wiederholung eigentlich eine art befreiung ist, ein stabiler schutzraum, in dem das eigene ich, das ja jedes mal, durch die abgelaufene zeit, anders ist, sich selbst finden kann? (so in der art)? oder was ist mit "achtsamkeit" gemeint?
der buddhismus bietet meiner meinung nach kein glaubenssystem (ja.. gut.. vielleicht ist es inzwischen leider dazu verkommen)
ja, das hatte mich als letztes so genervt, auf die frage an einen meister "laut buddhismus, was ist mit einem kind, das in einer hungersnot stirbt?" sagte er "ja, das hat wahrscheinlich in seinem alten leben etwas getan, wozu es jetzt büßen muss" und ich dachte... na gut... christentum in grün... aber in einem buch, was ich hatte, klang das ganze schon sehr viel anders, also kein glaubenssystem, sondern mehr ein entdecken der welt.
ich wollte immer direkt auf mein leben bezogen.. eine hart hilfe.. wie kann ich mit depressionen, wut, hast, enttäuschungen umgehen.. usw.. und das ohne das ich dabei an etwas glauben "muss"..
ja, geht mir genauso. hast du mal eine therapie wegen den depressionen gemacht? kannst auch per pn oder gar nicht auf diese frage antworten^^
im christentum glaubt man das die erlösung von außen kommt.. ich muss nichts tun, außer glauben..
mja, so hab ich das von einigen buddhisten gehört, aber da muss ich gerade mal das christentum verteidigen: der mensch ist ja gottes ebenbild, und man selbst ist so in der art auch ein teil von gott, das heißt, die erlösung kommt eigentlich von einem innen, wenn man selbst die gnade gottes fühlt. (oder so.)
im buddhismus, insbesondere im zen, kann man so etwas wie "erlösung" nur durch eigene anstrengung erreichen.. das erschien mir immer logisch..
wenn ich etwas erreichen will, muss ich es selbst tun.. anstatt zu warten, das jemand kommt, der das für mich erledigt..
ja, erscheint mir auch plausibel, also im rahmen von dem, was einem in der eigenen macht steht. (zum thema: "im rahmen des möglichen" mag ich auch sehr ein ursprünglich christliches gebet, das mir (als abwandlung von "gott" auf "konzentrieren auf" oder "wünschen" oder "erstreben") sehr gefällt:
"Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden"
danke für den link! ich hab in der nächsten woche noch relativ viel zu tun, aber danach erstmal ferien, dann werd ich mich mal durch die seiten lesen.