Zwiebelmett & Geschlechterrollen

Politische Diskussionen ohne Tierrechtsbezug

Zwiebelmett & Geschlechterrollen

Beitragvon .:M:. am 12. Jan 2009 21:59

aus dem Veganes Zwiebelmett-thread
--illith



Ich hatte gerade erst an Zwiebelschmelz gedacht und fast gekotzt, allein beim Gedanken daran. Ist Zwiebelmett eigentlich irgendwie so ne "Männernahrung"? Würde ich jetzt aufgrund meiner Empirie hypothesetisieren ...
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Beitragvon Veganize_It am 12. Jan 2009 22:04

ich glaub ein bischen vielleicht.
ich kenn aber auch frauen die das mögen.
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Beitragvon Vampy am 12. Jan 2009 22:32

so fleischkram ist generell eher männersache... hab da mal was in der mens health zu gelesen wieso männer immer am grill stehen und frauen höchstens nen salat beisteuern, finds aber leider net online.
und such ma ne frau die als lieblingsessen "Rumpsteak" sagt...
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Beitragvon .:M:. am 12. Jan 2009 22:46

Ich glaube, dass Männer immer am Grill stehen, weil Grillen ein eher soziales "Kochen" ist, bei dem man ich gesellschaftlich repräsentiert, was für "Männer", gemäsz ihrer sozialisierten Rolle akzeptabel ist, wohingegen das "Alltagskochen" eben feminin besetzt ist, weil es "Haushalt und Nachkommen" ist. Ähnlich wie mit den Sternenköchen und dergleichen mehr. Also "soziales kochen" vs. "Alltagskochen".
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Beitragvon Akayi am 13. Jan 2009 11:09

wenn frauen kochen erfüllen sie damit in der regel ihre aufgabe im rahmen der gesellschaftlichen reproduktion, wohingegen bei männern die individuelle reproduktion im vordergrund steht. wenn man zum beispiel am wochenende die neusten extravaganten rezepte zum zwecke der entspannung nachkocht.
ich kenne im übrigen keine männer die zwiebelmett essen.
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Zwiebelmett & Geschlechterrollen

Beitragvon Kim Sun Woo am 13. Jan 2009 11:19

gut erklärt @Akayi.


@M
boah, Zwiebelschmelz/schmalz ist doch sooo geil. Fett, Fett, Fett! :D

(aber ich gehör ja auch zu den Leuten, die durchaus das ein oder andere Mal ihr dick mit Erdnußbutter bestrichenes Brötchen mit einer ebenso dicken Schicht Nutella "aufwerten" :] )
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Beitragvon Vampy am 13. Jan 2009 15:44

Akayi hat geschrieben:wenn frauen kochen erfüllen sie damit in der regel ihre aufgabe im rahmen der gesellschaftlichen reproduktion, wohingegen bei männern die individuelle reproduktion im vordergrund steht. wenn man zum beispiel am wochenende die neusten extravaganten rezepte zum zwecke der entspannung nachkocht.
ich kenne im übrigen keine männer die zwiebelmett essen.

vielleicht auch... denk aber dass das in erster linie so n "fleisch=erjagte beute=gefahr+gewalt+kraft=männlich"-ding ist...
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Beitragvon Akayi am 13. Jan 2009 16:00

du wirst sicherlich recht haben mit der annahme, dass hier nicht etwa die objektive rolle weiblicher reproduktionsarbeit in der bürgerlichen gesellschaft ursächlich ist, sondern vielmehr bilder aus einer imaginierten vorzeit.
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Beitragvon Quagmire am 13. Jan 2009 16:18

Es ist aber schon erklärungsbedürftig, warum gerade Frauen immer noch diese Rolle einnehmen, wenn durch die Modernisierungs- und Rationalisierungstendenzen des Kapitalismus (und teilweise durch bürgerliche Ideologen) eigentlich auf eine Abschaffung solcher Verhältnisse hingearbeitet wird. Also, so zum Beispiel das Gerede vom "Hausmann", die rechtliche Gleichstellung homosexueller Ehen (abfuck, wie kann man so dumm sein und für die bürgerliche Kleinfamilie kämpfen?) und so weiter.

Die "objektiven Gründe" für die Rolle der Frau in der Reproduktionssphäre bzw. für deren ideologische Begründung tuen sich mir einfach nicht auf. Ich habe mal einen gut besuchten Vortrag von so einer Feministin gehört, die deine Thesen vertreten hat, aber nach der Diskussion war weder ihr noch dem Auditorium klar, warum Frauen nun auf die Reproduktionssphäre festgelegt sind (und warum Homophobie trotz staatlicher Bemühungen und der Abkehr von ihr so virulent bleibt).
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Beitragvon Akayi am 13. Jan 2009 16:26

ich sehe diese tendenz zur abschaffung solcher verhältnisse aufgrund von rationalisierungstendezen nicht.
die frage nach objektiven gründen, die du neu aufwirfst, wird meinen beobachtungen nach entweder so beantwortet, dass die bürgerliche gesellschaft auch ohne schlechterstellung der frau existieren könnte, während die andere seite eher betont dass die spaltung innerhalb der arbeitswelt anhand des geschlechts - also ein künstlich geschaffener geschlechterwiderspruch - mehr oder weniger unverzichtbar für die konstitution der bürgerlichen gesellschaft ist.
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