hallo ich bin kein veganer und werde mich auch hüten einer zu werden, denn ich kann auf grund meiner gewöhnung nicht ohne tierische lebensmittel. ich habe es 9 jahre lang als vegetarier versucht, aber am ende hab ich wieder angefangen fleisch zu essen. ich esse wenig fleisch und von fisch, insbesondere seefisch halte ich mich fern, da ich die hochseefischerei und auch die zucht in aquakulturen für zu undurchsichtig halte, als dass ich ohne bedenken die dort erzeugten produkte essen könnte. wenn ich fleisch esse, dann meistens von einem mit meiner familie befreundeten bauern, der eigentlich alles hält was man zur erzeugnis von tierischen erzeugnissen braucht. bei käse und eiern geh ich auch mal in den supermarkt aber das kommt selten vor, sondern meistens gibt es bei mir zuhause (ich lebe noch bei meinen eltern) produkte vom erzeuger markt, die meine mutter jede woche samstags kauft.
ich mache im moment ein freiwilliges ökologisches jahr und arbeit im freilichtmuseum hessenpark. dort halten wir tiere wie vor 3 jahren, natürlich haben wir wasserleitungen, aber der einsatz von antibiotika, massentierhaltung und anderem gibt es bei uns nicht. in meinem föj-seminar habe ich eine veganerin, mit der ich schon oft diskussionen über den sinn von veganer ernährung und ihre massentauglichkeit gesprochen habe. wir verstehen uns nicht besonders gut, da ich die vegane ernährung für vollkommen sinnlos halte, jedenfalls für eine breitere schicht der gesellschaft. ich habe mich viel mit der modernen massentierhaltung und den methoden in der landwirtschaft beschäftigt, nachdem wir das auf unserem letzten seminar eingehender besprochen hatten und sehe die vegane ernährung keines falls als alternative zur normalen ernährung, sondern als protest gegen die wirklich ungeheuerlichen verhältnisse in der lebensmittelproduktion an. eine größere naturverbundenheit sehe ich durch den genuss von sojaschnitzeln statt steak und dem vollkommenen verzicht auf tierische produkte nicht gewehrleistet und frage mich wie man sich nur so ernähren kann. der punkt an dem ich am meisten der allgemeinen meinung widerspreche, dass vegane ernährung nährstoffemäßig einer omnivoren gleichkommt, ist für mich vollkommener quatsch, denn grade die ausschließliche ernährung durch gemüse ergibt eine erhöhte folsäurekonzentration im körper, das grade bei menschen über 50 zu extrem schädigungen an inneren organan führt und auch jugendliche, kinder und säuglinge sollten keineswegs vegan ernährt werden, da die veganer ernährung keine ausreichende versorgung mit vitamin B12 garantiert und so das wachstum und die entwicklung bei jugendlichen und kindern hemmen , und bei säuglingen erwiesener maßen zum tod führen oder schwere missbildungen innerhalb der ersten 2 lebensmonate hervorrufen kann.
eine vegane ernährung ist in meinen augen also nur eine möglichkeit zum protest gegen die missstände in unserer lebensmittelindustrie anzusehen und sollte nur von erwachsenen, die die courage haben, sich zu kontrollieren, ihre werte überprüfen zu lassen und dazu fähig sind, die risiken und gefahren zu erkennen und durch eine kontrollierte und bewusste ernährung, praktiziert werden.
das alles habe ich geschrieben um mit euch zu diskutieren. ich bin überzeugt, dass hierbei produktive und lehrreiche diskussionen möglich sind und freue mich all die sichtweisen auf das thema kennenzulernen und genauer zu beleuchten. was für mich wichtig wäre, wenn ihr eure meinung äußert, dass ich weiß warum ihr überhaupt vegan geworden seid, denn damit lässt sich meistens die argumentation besser verstehen.
viel spaß beim lesen
omnivor

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